Die Flora - La Palmas grüne Schätze

Den Namen La Isla Bonita, was auf Deutsch die schöne Insel bedeutet, trägt La Palma zu Recht und mit Stolz. Besucher finden auf der La Palma eine einzigartige Flora und Fauna vor. Ca. 800 Pflanzenarten kennt man auf der Insel, darunter alleine etwa 70 Arten, die nur hier vorkommen. Auch die vielfältige Tierwelt lässt die Urlauber staunen, auf La Palma betritt man eine andere Welt.

Eine herrliche Baumblüte im milden Klima La Palmas
Kanarische Kiefern

Die tiefer gelegenen Gebiete auf La Palma sind trockener und wärmer als die Gebiete ab etwa 600 Höhenmetern, über die feuchtere Passatwinden streichen. Hier können ohne künstliche Bewässerung nur Pflanzen überleben, die wenig Feuchtigkeit verdunsten. Dies regelt die Natur in der Fauna zumeist durch schmale Blattbildung, welche zusätzlich durch frühe Verholzung der Pflanzen schütz.
Zu diesen Arten gehört u.a. der Feigenkaktus aus Mexiko, dessen Höhe bis zu 2m betragen kann und dessen große, ovale Blätter wie Hasenohren aussehen. Die Früchte dieser Kakteenart sind ab September zu ernten und schmecken fruchtig wie Kiwis, allerdings sind sie auch extrem stachelig, so werden sie von der Natur vor Tierfraß geschützt. Der Kaktus dient zudem als Wirt für die begehrten Cochenille Läuse und ihren Gelegen. Früher wurde daraus ein sehr begehrter, karminroter Farbstoff gewonnen (Bild © Harry Laub 2004-2009). Oberhalb dieser Zone, ab ca. 600 Höhenmetern, beginnen insbesondere im Südwesten der Insel die Pinienwälder. Hier sei insbesondere die kanarische Pinie mit ihren ganz speziellen Besonderheiten erwähnt. Durch die verschiedenen mediterranen, klimatischen Gebiete auf La Palma konnte sich hier eine einzigartige Flora und Fauna entwickeln, die allen Naturliebhabern das Herz aufgehen lässt, wenn sie die Tiere und Pflanzen bestaunen.
Eine ganz besondere Pflanze ist die kanarische Kiefer. Sie hat, durch Vulkaneruptionen bedingt, eine eigene Evolutionsgeschichte auf den Kanaren entwickelt. So ist sie, im Gegensatz zu den Kieferarten anderer Klimazonen, weitestgehend feuerresistent geworden, indem Ihre mächtige Borke sie vor Flammen schützt. Nadeln und Zweige verbrennen zwar, aber schon im nächsten Frühjahr treiben Stamm und größere Äste wieder aus, was ihr Überleben in einer Vegetation mit großer Artenvielfalt sichert.
Auch als Nutzholz hat sich die Kiefer bewährt. Aus ihr werden die berühmten Balkone, Türen und Holzdecken, insbesondere in der Hauptstadt St.Cruz, gefertigt. Sie bietet hervorragendes und besonders widerstandsfähiges Bauholz, wie es nur selten bei Pflanzen zu finden ist. Man vermutet, dass das Holz durch Wassermangel einen schnelleren Alterungsprozess durchläuft als andere Kiefernarten, weil sich die Hohlräume des Stammes viel frühzeitiger mit Harz anreichern und damit zum sogenannten härteren Kernholz entwickeln.

Der Passatwind über den Höhenzügen der Insel

Die kanarischen Inseln verzaubern ihre Besucher seit je her durch die einzigartige Natur und die Artenvielfalt in Flora und Fauna. Seltene Pflanzen und Tiere finden sich dabei insbesondere auf La Palma. Im Nordwesten der Insel, in den Gemeinden Tijarafe, Puntagorda und Garafia fand das, in La Palmas Natur vorkommende, Holz auch Verwendung für Weinfässer, die allmählich aber durch Edelstahl ihre zeitgemäße Ablösung finden. Das Abholzungsverbot soll die kanarische Pinie vor Erosionsproblemen schützen, aber auch den Regenreichtum, zu dem diese Pflanze ebenfalls beiträgt, erhalten.

Den vollkommenen Kontrast zur trockenen Tiefzone mit Ihrer nahezu wüstenartigen Vegetation bilden die Lorbeerwälder im Nordosten. Hier bewirkte die Kombination mit den Passatwolken und dem immer gleich warmen Klima eine einmalige, subtropische Vegetationsvielfalt mit Pflanzenarten, die nur hier vorkommen (s.a. Biosphärenreservat Los Tilos). Oberhalb von 1100 Höhenmetern erstreckt sich die Fayal-Brezal-Zone, die ihren Namen den beiden wichtigsten Pflanzen dieses Gebietes verdankt: Dem Brezo, bzw. Baumheide und dem Faya (Gagelbaum), ein niedriger Baum mit dunkel glänzenden Blättern, der immer mit dem Brezo zusammensteht. Wappenpflanze der Kanaren und häufig sehr imposant sind auf La Palma die Drachenbäume (Drago), ein Liliengewächs, möglicherweise verwandt mit den Agaven. Die schönsten Exemplare dieser Pflanze findet man im Norden der Insel.

Als wichtigste Kulturpflanzen gelten auf La Palma die Bananen (s. Wirtschaft). Die Früchte kennen keine Jahreszeit, allerdings trägt jede Staude nur einmal. In den tiefergelegenen Gärten oder inmitten der Bananen hängen an einzelnen und blattlosen Bäumen die Papayas. Avocados, Pflanzen, die sich auf La Palma sehr wohl fühlen, wurden als Alternative zur landwirtschaftlichen Monokultur angebaut. Ab Herbst hängen die grünen Früchte wie Birnen an den Bäumen. Die grünen, glatten kommen dann auf den Markt. Im Frühjahr folgen dann die mit dunkler, pickliger Schale und nussigem Geschmack.
Im Nordwesten von La Palma findet man ein Meer von Mandelbäumen. Auch wenn diese häufig nicht mehr geerntet und noch weniger exportiert werden, weil das Aufschlagen der harten Schale zu aufwändig und damit als unökonomisch gilt, so bietet die schöne Blüte ein Fest für die Sinne und auch Anlass für das bekannte, alljährlich stattfindende Mandelblütenfest in Puntagorda. Der genaue Termin für das beliebte Fest variiert und wird alljährlich von der Gemeindeverwaltung in Puntagorda neu festgelegt.

Oberhalb von 400 Höhenmetern beginnt die mediterrane Klimazone und der Anbau von Orangen und Zitronen, sowie Aprikosen, Pfirsichen, Pampelmusen, Mandarinen, Pflaumen und Granatäpfeln, Guaven und Nispeln. Über 800 Höhenmetern finden wir eher bekannte, mitteleuropäische Früchte wie etwa Äpfel, Birnen und Maronen. Die Esskastanien werden ab Oktober geerntet.

Am schönsten und auffälligsten sind natürlich die Zierpflanzen La Palmas, welche die natürliche Pflanzenwelt bereichert. Sie wurden zumeist von anderen Kontinenten wie Mittel- und Südamerika, aus Afrika oder Asien eingeführt, so z.B. die Strelitzie aus Südafrika.

Hibiskus und Oleander finden sich als Sträucher in allen üppigen Farben häufig in Grünanlagen und Straßen. Unscheinbar grün bis zum Oktober, dann wachsen auf den kanarischen Inseln die Weihnachsterne, eine inzwischen auch bei uns beliebte Pflanze, zu riesigen Sträuchern von mehreren Metern Höhe und bilden knallrote, riesige Blätter aus. Nicht zu vergessen die Bougainvillea in lila, karminrot, rosa und orange als Häuserschmuck und an langen Bananenmauern.

Auch die Aloen bilden eine eigene, mit den Liliengewächsen verwandte Familie. Die über 400 Arten stammen aus Ost- und Südafrika, Madagaskar und der arabischen Halbinsel. Die Variationen bewegen sich in Größen, die kaum eine Handbreit in die Höhe wachsen und denen, die 10 Meter mit einem Stammdurchmesser baumförmiger Ausmaße erreichen können.

Aloe Vera gilt als Heilpflanze und wird seit dem Altertum kultiviert. Im Mittelalter diente sie in Europa primär als Abführmittel. Vor einigen Jahrzehnten begann in den USA der moderne, kommerzielle Anbau dieses Schatzes der Natur für Kosmetik und Hautpflegeprodukte. Auch auf La Palma sind eine Fülle von Produkten auf Märkten oder Bioläden zu erwerben. Die Palmeros selbst schwören auf die Pflanze vor allem als entzündungshemmendes Mittel. Aber auch die Aleon sind nur ein Beispiel für die große Artenvielfalt und die bezaubernde Natur auf La Palma.

Die angenehm kühlende Wirkung von Aloe Gels nach einem Sonnenbrand können wir auf jeden Fall bestätigen und weiterempfehlen!

Abschließend seien noch zwei Straßenbäume erwähnt, wie der Jacaranda, der seinen Weg nach La Palma aus Brasilien gefunden hat und sich mit wunderschönen, üppigen zarttlila Blüten im Frühjahr präsentiert und der Tulpenbaum, der seine leuchtenden Blüten stolz nach oben reckt und ursprünglich in der Vegetation Afrikas seinen natürlichen Standort hatte (s. eingestelltes Bild).

Und ach ja: Der hässliche, kleine Gummibaum, gemeinhin auch als konservative Bürobegrünung bekannt, wird auf den Kanaren zu stattlichen Bäumen, die dann auch optisch mit ihren großen, glatten Blättern eine ganz andere Wirkung erzielen als hierzulande.

La Palmas Fauna - kein Großwild in Sicht

La Palmas Fauna wird dominiert von den wirbellosen Tierarten. Dazu gehören weniger große Tiere, als vielmehr eine große Vielfalt an Käfern und Schmetterlingen. Die spärlich geratene Artenvielfalt von Säugetieren ist auf La Palma vertreten durch Kaninchen, Mufflons, die ausgesetzt wurden, Ziegen und in großer Anzahl Echsen, sowie den scheuen Geckos. Diese bewegen sich, insbesondere in der Nacht, an Häuserwänden und leben von Insekten. Für den Urlauber ist es angenehm zu wissen, dass es sehr wenige Moskitos gibt, was auch diesem kleinen Tier zu verdanken ist, welches die Natur hier hervor gebracht hat. Auch Wespen verleiden nicht das Frühstück in der Sonne. Es gibt aber sehr aktive Bienenvölker, die La Palmas Honig berühmt machten und durch ihre Bestäubung ebenfalls zum Artenreichtum der Flora auf La Palma beitragen.

Die Geckos - und warum sie nicht von der Decke fallen

Geckos sind erstaunliche Tiere. Sie können sogar an poliertem Glas haften bleiben, auch wenn weder Saugnäpfe noch Klebstoff zu erkennen sind. Stattdessen verfügen sie an jedem Füßchen über ca. eine halbe Million feinster Härchen, die sich wiederum in bis zu 1000 kleinere Fortsätze verzweigen und damit eine Haftkraft entwickeln können, die einer Last von 40 kg entsprechen kann. Um den Fuß wieder zu lösen, werden die Härchen in einem bestimmten Winkel wieder abgeschält, so als würde man ein Klebeband abziehen.

In freier Natur am Himmel schön zu beobachten ist die geflügelte Tierwelt La Palmas. Hier gibt es Wildtauben, kleinere Greifvögel wie Mäusebussarde, Wüsten- oder Turmfalken oder Nachtohreulen, die sehr gern in den großen Palmen wohnen und nachts zuweilen regen Kontakt zur Eulennachbarschaft pflegen. Und natürlich dem Canario, den Kanarienvogel, der deutlich hochbeiniger und von dunklerem und struppigerem Gefieder ist, als der bekannte Zuchtvogel in der Wohnstube. Die Alpenkrähe (Graja) ist der typischste Vogel auf La Palma, schwarz, mit gelbem Schnabel und roten Füssen ist sie allgegenwärtig auf der Insel. Eine Kolonie kann aus bis zu 500 Mitgliedern bestehen.

Auch sehr beeindruckend ist die Unterwasserflora auf La Palma. Bei Sichtweiten von bis zu 40 Metern können Rochen, Zackenbarsche, Barrakudas, Trompetenfische und manchmal Mantas, seltener Schildkröten beobachtet werden. Siehe auch: Tauchen