Die Wirtschaft auf La Palma
La Palmas Hauptwirtschaftszweig ist ganz klar noch immer die Landwirtschaft.Geschichte der Wirtschaft & des Wassers
Als westlicher Vorposten der Alten Welt, wird La Palma ab 1508 erlaubt, Handel mit den südamerikanischen Kolonien der spanischen Eroberer zu betreiben. Palmerischer Zucker wird gegen exotische Gewürze und manchmal auch gegen Gold und Silber getauscht.
Als Zucker in Amerika billiger produziert werden kann, ändern die Grossgrundbesitzer erfolgreich Ihre Strategie und bauen Wein an. Wichtigster Abnehmer wird hier das aufstrebende England. Mitte des 17.Jahrhunderts verliert La Palma an Einfluss als grosser Handelsumschlagsplatz gegen Sevilla, das die Vormachtstellung im Amerikahandel übernimmt und Teneriffa, das den Platz der zentralen Zollbehörde einnimmt. Hier hatten alle auslaufenden Schiffe nach Amerika Ihre Abgaben zu entrichten. Gegen Ende des 17Jh. führt der spanisch-englische Vormachtskampf auf den Weltmeeren zum Niedergang des palmerischen Weinexports.
Als im 18Jh. sich das wirtschaftliche Machtzentrum ganz auf das europäische Festland verschiebt, findet auf La Palma eine der ersten grossen Auswanderungswellen nach Mittel- und Südamerika statt.
Mitte des 19 Jhs.wird den kanarischen Häfen der Freihandelsstatus gewährt, ohne Zoll- und Steuerschranken, werden Sie nun als internationaler Handelsumschlagplatz interessant. Damit werden die Kanaren selbstständiger und die Bindung zum spanischen Festland lockerer. Die Engländer nutzen die Inseln auf dem Weg zu Ihren afrikanischen Kolonien und führen den Bananenanbau ein. Im ersten Weltkrieg geraten die kanarischen Inseln in völlige Vergessenheit. Der Einfluss der Briten geht zurück, Bananen werden billiger aus Mittelamerika nach Europa importiert. Trotzdem hat sich die Banane bis heute als wichtigstes Anbauprodukt in der Landwirtschaft gehalten.
Heute werden auf ca. 3.000 ha Bananen angebaut, zunehmend wird die Landwirtschaft jedoch mit dem Anbau von Avocado, Zitrusfrüchten und Gemüse diversifiziert. Durch verbessertes KnowHow hat auch der Weinanbau inzwischen einen ganz passablen Ruf herausgebildet in Bezug auf eigens entwickelte Rebsorten und daraus resultierenden Prämierungen für den einen oder anderen Jahrgang. Vorteil für La Palma seit jeher gegenüber den anderen Inseln sind die natürlichen Wasservorkommen.
Mitte der 50iger Jahre des 20igsten Jhs. kommt als Hauptachse der Wirtschaft der Fremdenverkehr hinzu. Zunächst profitieren allerdings nur die grossen Inseln Cran Canaria und Teneriffa von dieser Entwicklung. Auf den kleinen Inseln sieht es nach wie vor hoffnungslos aus, deshalb wandern wieder viele Palmeros nach Amerika. Erst 1987 landet die erste Charter Maschine auf La Palma und jetzt hat auch die Tourimusära auf den kleineren Inseln begonnen.
Die Bestrebungen der Inselregierung sind ganz klar auf umweltverträglichen Tourismus ausgelegt, wie das Project Eco Islas mit anderen europäischen Inseln aus dem Jahr 1995 belegt. Zudem ist die gesamte Insel seit 2002 UNESCO Biosphärenreservat.
Trotzdem träumt natürlich jede Gemeinde bzw. jeder dortige Bürgermeister vom grossen wirtschaftlichen Coup innerhalb der eigenen Legislaturperiode. Deshalb sind Projekte wie der Bau des Princess App.Hotel-Komplexes im Süden der Insel doch gegen alle Widerstände manchmal möglich und auch weiterhin nicht auszuschliessen.
Der Tourismus allein wird das benötigte Bruttoinselprodukt nicht generieren können, der landwirtschaftliche Sektor belibt dominierend, allem voran die subventionierten und nur auf das spanische Festland ausgelieferten Bananen. (In Deutschland beherrschen die lateinamerikanischen Produkte den Markt)
Hauptverursacher des Verbrauchs ist die Bewässerung der Bananenkuturen mit 90-95% des Gesamtverbrauchs.
Zur Ernte eines Kilos Bananen werden 400l Wasser benötigt.
Der von ökologen dringend geratene Abbau der Bananen liegt auf vollem Kollisionskurs der Landwirte- und mit Ihnen die auf Wählerstimmen bedachten Politiker. Dennoch wird nicht mehr jeder Acker bestellt, weil sich der Anbau nur mit eigenen Wasserrechten noch lohnt.
Wasser ist auf den kanarischen Inseln seit der Eroberung in privatem Eigentum. In den 1940iger und 1950iger Jahren gründeten die Wassereigentümer Aktiengesellschaften, um neues Kapital für die Erschliessung neuer Grundwasserreserven (galerías), zu gewinnen. Auf La Palma gibt es heute über 100 Galerías. Nicht selbst benötigtes Wasser wird an ca.70% der Bevölkerung verkauft, die nicht über Wasserrechte verfügen. Bei der Erschliessung neuer Wasserreserven werden mit den Wassergewinnungsstollen uralte Reserven angegriffen, die sich über Jahrtausenden gebildet haben und nun innherhalb weniger Jahre verbraucht werden.
In der Folge werden in der Umgebung der Stollen dramatische Grundwasserabsenkungen regisitriert. Viele Gemeinden genehmigen deswegen keinen neuen Galerías und bewirken damit die Steigerung der Wasserkosten.
Handlungsbedarf ist jedoch ohne Zweifel angesagt. In Anbetracht leerer Kassen ist der Bau von gigantischen Staubecken, die das überschüssige Wasser der Galerías abfangen sollen eher fraglich. Besser und preiswerter wäre sicherlich das undichte Leitungsnetz abzudichten, bei dem schon fast 50% des Wassers auf dem Transport verloren werden. In Zukunft wird es zudem unvermeidlich sein auf andere Kulturen auszuweichen, die deutlich weniger wasserverbrauchsintensiv wie die Banane sein werden.
Mit einer Änderung der Eigentumsrechte des Grundwassers ist eher nicht zu rechnen.
Infos zu La Palma
12. Mai 2012
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