La Palma und seine Geschichte

Tauchen Sie ein in die Zeit der Guanchen, den ersten Einwohnern von La Palma.
La Palma wurde im Neolithikum vom Volk der Guanchen besiedelt, die angeblich mit den nordafrikanischen Berbern verwandt waren.

Dass sie ab etwa 2000 v. Chr. von Nordafrika einwanderten, ist unter Wissenschaftlern mittlerweile nicht mehr umstritten. Dafür sprechen die genetischen Analysen von Skelettfunden wie auch nordafrikanische Sprachreste.

Die Guanchen lebten auf einer steinzeitlichen Kulturstufe und waren in verschiedenen Clans organisiert, die die Insel unter sich aufteilten. Der altkanarische Name von La Palma war Benahoare. (Berberisch: Unser Land) Der spanische Name La Palma beruhte vermutlich auf den von den Eroberern vorgefundenen vielen Palmen.

Näheres zu Gesellschaft, Felszeichnungen und Religion der Guanchen erfährt man im Inselmuseum, im Kulturpark La Zarza, im Besucherzentraum des Nationalparks und auch im neuen archäologischen Museum in Los Llanos.

Die spanische Eroberung

Beginn der spanischen Herrschaft und Ausrottung der Ureinwohner.

Im Jahre 1312 erreichte der Genuese Lancelotto Malocello La Palma.

1447 entsandte Hernán Peraza eine Flotte aus drei Schiffen nach La Palma, nachdem seine Macht auf Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro bereits gefestigt war, aber erneut musste der Feldzug mit grossen Verlusten abgebrochen werden.

1479 teilte der Papst als internationale Rechtsinstanz den Atlantik zwischen den aufstrebenden Kolonialmächten Spanien und Portugal auf. Dabei wird das kanarische Archipel endgültig Spanien zugesprochen. Im Gegenzug erhält Portugal Westafrika und alle sonstigen atlantischen Inseln.

Die finale Eroberung La Palmas wurde jedoch erst 1492 erreicht durch General Alonso Fernández de Lugo mit einer Streitmacht von 900 Mann in Tazacorte auf La Palma. Mit falschen Verprechungen des Generals an die Bewohner konnten dieBezirke Aridane, Tihuya, Tamanca und Ahenguarem unterworfen werden. Der berühmteste Held der Ureinwohner der Palmeros in der Gegend der Caldera de Taburiente, Tanausú widersetzte sich lange sehr erolgreich, wurde jedoch durch einen Hinterhalt überwältigt. Er beendete sein Leben mit einem Hungerstreik, weil er als lebender Beweis für die Eroberung nach Kastilien in Gefangenschaft geschickt wurde.

Die Sprache der Guanchen, das Guanche, wurde nach der vollständigen spanischen Eroberung unterdrückt. Die Sieger setzten die vorgefundene politische und wirtschaftliche Ordnung ausser Gefecht und etablierten das eigene Herrschaftsmodell.
Ein grosser Teil der Ureinwohnen wurde auf dem Sklavenmarkt auf dem Festland verkauft, der Rest als billige Arbeitskraft auf den Zuckerplantagen  oder als Dienstpersonal verwendet.

Es folgten unter der spanischen Herrschaft Jahrhunderte der Landwirtschaft mit wechselnden Anbauprodunkten und einer kurzen Periode der Kanaren als wichtiger Handelstandort mit entsprechenden wirtschaftlichen Abstürzen danach.(s.a. Wirtschaftsgeschichte)

1936 putscht der nach Teneriffa strafversetzte General Franco gegen die demokratisch gewählte republikanische Regierung Spaniens. Mit den ihm loyalen Truppen aus den afrikanischen Kolonien setzt er auf das Festland über und löst einen dreijährigen Bürgerkrieg aus. Auf La Palma bricht der Widerstand gegen Franco innerhalb kürzester Zeit zusammen.

Nach dem Tod Francos 1975 werden Cran Canaria und Teneriffa teilautonom und können ohne Rücksprache mit Madrid in soziokulturellen Fragen Entscheidungen treffen. Die Inseln El Hierro, La Palma und La Gomera sind der Verwaltung Teneriffas unterstellt.

1987 starten Charterflüge nach La Palma direkt von Deutschland und es ensteht nun eine neue Einkommensquelle zur Landwirtschaft. (s.Wirtschaftsgeschichte)

2002 wird La Palma zum schützenswerten Biosphärenreservat von der UNESCO erklärt. (s.a. Natur)