Wetter - La Luna Baila
Weather Underground PWS ICANARIA59

Die Flora - La Palmas grüne Schätze

Fast 800 Pflanzenarten kennt man auf La Palma, darunter allein 70, die nur auf dieser Insel vorkommen. Bedingt ist die Artenvielfalt durch unterschiedliche Klima- und damit einhergehende Vegetationsstufen. 

Dabei sind die tieferen Gebiete trockener und wärmer als die Gebiete ab z.B 600 Höhenmetern, die von den feuchteren Passatwinden begünstigt sind. Hier können ohne künstliche Bewässerung nur Pflanzen überleben, die wenig Feuchtigkeit verdunsten durch schmale Blattbildung und zusätzlich durch frühe Verholzung schützen.

Zu diesen Arten gehört u.a. der Feigenkaktus aus Mexiko, dessen Höhe bis zu 2m betragen kann und dessen grosse ovale Blätter wie Hasenohren aussehen. Seine Früchte sind ab September zu ernten und schmecken fruchtig wie Kiwis, allerdings sind sie auch extrem stachelig. Der Kaktus dient zudem als Wirt für die begehrten Cochenilleläuse und ihrem Gelege. Daraus wurde früher ein sehr begehrter karminroter Farbstoff gewonnen. (Bild © Harry Laub 2004-2009) Oberhalb dieser Zone ab ca. 600 Höhenmetern beginnen insbesondere im Südwesten der Insel die Pinienwälder. Hier sei insbesondere die kanarische Pinie mit ihren ganz speziellen Besonderheiten erwähnt.

Die kanarische Kiefer hat durch Vulkaneruptionen bedingt, eine eigene Evolutionsgeschichte auf den Kanaren entwickelt. So ist sie im Gegensatz zu anderen Kiefernarten feuerresistent geworden indem eine mächtige Borke sie vor Flammen schützt. Nadeln und Zweige verbrennen zwar, aber schon im nächsten Frühjahr treiben Stamm und grössere äste wieder aus.

Auch als Nutzholz hat sich die Kiefer bewährt, aus dem die berühmten Balkone, Türen und Holzdecken insbesondere in der Hauptstadt St.Cruz gefertigt und zu bewundern sind. Sie bietet hervorragendes und besonders widerstandsfähiges Bauholz. Man vermutet, dass das Holz durch Wassermangel einen schnelleren Alterungsprozess durchläuft als andere Kiefernarten, weil viel frühzeitiger die Hohlräume des Stammes sich mit Harz anreichern und damit zum sogenannten härteren Kernholz entwickeln.

Im Nordwesten La Palmas, in den Gemeinden Tijarafe, Puntagorda und Garafia fand das Holz auch Verwendung für Weinfässer, die allmählich aber durch Edelstahl ihre zeitgemässe Ablösung finden. Das Abholzungsverbot soll die kanarische Pinie insbesondere vor Erosionsproblemen schützen als auch den Regenreichtum, den diese Pflanze ebenfalls bietet.

Den vollkommenen Kontrast zur trockenen Tiefzone mit Ihrer nahezu wüstenartigen Vegetation bilden die Lorbeerwälder im Nordosten. Hier bewirkte die Kombination mit den Passatwolken und dem immer gleich warmen Klima eine einmalige suptropische Vegetationsvielfalt. (s.a.Biosphärenreservat Los Tilos) Oberhalb von 1100 Höhenmetern erstreckt sich die Fayal-Brezal-Zone, die ihren Namen den beiden wichtigsten Pflanzen dieses Gebietes verdankt: Dem Brezo, bzw. Baumheide und dem Faya (Gagelbaum), ein niedriger Baum mit dunkel glänzenden Blättern, der immer mit dem Brezo zusammensteht. Wappenpflanze der Kanaren und häufig sehr imposant sind auf La Palma die Drachenbäume (Drago), ein Liliengewächs, möglicherweise verwandt mit den Agaven. Die schönsten Exemplare findet man im Norden der Insel.

Als wichtigste Kulturpflanzen gelten auf La Palma die Bananen (s.Wirtschaft). Die Früchte kennen keine Jahreszeit, allerdings trägt jede Staude nur einmal. In den tiefergelegen Gärten oder inmitten der Bananen hängen an einzelnen und blattlosen Bäumen, die Papayas. Avocados wurden als Alternative zur landwirtschaftlichen Monokultur angepflanzt. Ab Herbst hängen die grünen Früchte wie Birnen an den Bäumen. Die grünen glatten kommen dann auf den Markt. Im Frühjahr folgen dann die mit dunkler, pickliger Schale und nussigem Geschmack.

Im Nordwesten von La Palma findet man ein Meer von Mandelbäumen. Auch wenn diese häufig nicht mehr geerntet und noch weniger exportiert werden, weil das Aufschlagen der harten Schale zu aufwändig und damit als unökonomisch gilt, so bietet die schöne Blüte ein Fest für die Sinne und auch Anlass für das bekannte alljährliche Mandelblütenfest in Puntagorda ca. Ende Januar - der Termin wird alljährlich von der Gemeindeverwaltung in Puntagorda neu festgelegt.

Oberhalb von 400 Höhenmetern beginnt die mediterrane Klimazone und der Anbau von Orangen und Zitronen sowie Aprikosen, Pfirsiche, Pampelmusen, Mandarinen, Pflaumen und Granatäpfel, Guaven und Nispeln.

Über 800 Höhenmetern finden wir bekanntes mitteleuropäisches wie Äpfel, Birnen und Maronen. Die Esskastanien werden ab Oktober geerntet.

Am schönsten und auffälligsten sind natürlich die Zierpflanzen La Palmas, die von anderen Kontinenten wie Mittel- und Südamerika, aus Afrika oder Asien eingeführt wurden wie z.B. die Strelizie aus Südafrika.

Hibiskus und Oleander finden sich als Sträucher in allen üppigen Farben häufig in Grünanlagen und Straßen. Unscheinbar grün bis zum Oktober, dann wachsen auf den kanarischen Inseln die Weihnachsterne zu riesigen Sträuchern von mehreren Metern Höhe und bilden knallrote riesige Blätter aus.

Nicht zu vergessen sind die Bougainvillea in lila, kaminrot, rosa und orange als Häuserschmuck und an langen Bananenmauern.

Auch die Aloen bilden eine eigene, mit den Liliengewächsen vewandte Familie. Die über 400 Arten stammen aus Ost- und Südafrika, Madagaskar und der arabischen Halbinsel. Die Variationen bewegen sich in Grössen, die kaum eine Handbreit in die Höhe wachsen und denen, die 10 Meter mit einem Stammdurchmesser baumförmiger Ausmasse erreichen können.

Aloe Vera wird seit dem Altertum kultiviert. Im Mittelalter diente sie in Europa primär als Abführmittel. Vor einigen Jahrzehnten begann in den USA der moderne kommerzielle Anbaufür Kosmetik und Hautpflegeprodukte. Auch auf La Palma sind eine Fülle von Produkten auf Märkten oder Bioläden zu erwerben. Die Palmeros selbst schwören auf die Pflanze vor allem als entzündungshemmendes Mittel.

Die angenehm kühlende Wirkung von Aloe Gels nach einem Sonnenbrand können wir auf jeden Fall bestätigen und weiterempfehlen!

Zum Schluss seinen noch zwei Straßenbäume erwähnt, wie der Jacaranda, der seinen Weg nach La Palma aus Brasilien gefunden hat und sich mit wunderschünen üppigen zarttlila Blüten im Frühjahr präsentiert oder der Tulpenbaum, der seine leuchtenden Blüten stolz nach oben reckt und aus Afrika stammt. (s.eingestelltes Bild)

Und ach ja: Der hässliche kleine Gummibaum gemeinhin auch als konservative Bürobegrünung bekannt, wird auf den Kanaren zu stattlichen Bäumen, die dann auch optisch mit ihren grossen glatten Blättern ganz andere Wirkung erzielen.

La Palmas Fauna - kein Grosswild in Sicht

La Palmas Fauna wird dominiert von den wirbellosen Tierarten. Dazu gehört eine grosse Vielfalt von Käfern und Schmetterlingen. Die spärlich geratene Artenvielfalt von Säugetieren ist auf La Palma vertreten durch Kaninchen, Mufflons die ausgesetzt wurden, Ziegen und in grosser Anzahl Echsen sowie den scheuen Geckos. Diese bewegen sich an Häuserwänden insbesondere in der Nacht und leben von Insekten. Für den Urlauber ist es angenehm zu wissen, dass es sehr wenige Moskitos gibt. Auch Wespen verleiden nicht das Frühstück in der Sonne. Es gibt aber sehr aktive Bienenvölker, die La Palmas Honig berühmt machten.

Die Geckos - und warum sie nicht von der Decke fallen

Weder Saugnäpfe noch Klebstoff ist zu erkennen, dennoch können die Geckos sogar an poliertem Glas haften bleiben. Stattdessen verfügen sie über an jedem Füsschen über ca. eine halbe Million feinster Härchen, die sich wiederum in bis zu 1000 kleinere Fortsätze verzweigen und damit eine Haftkraft entwickeln können, die einer Last von 40 kg entsprechen können. Um den Fuß wieder zu lösen, werden die Häärchen in einem bestimmten Winkel wieder abgeschält, also wie ein Klebeband wieder abgezogen.

Am Himmel schön zu beobachten ist die beflügelte Tierwelt La Palmas. Hier gibt es Wildtauben, kleinere Greifvögel wie Mäusebussarde, Wüsten- oder Turmfalken oder Nachtohreulen, die sehr gern in den grossen Palmen wohnen und aktive Pläusche des Nachts zur Eulennachbarschaft halten. Und natürlich dem Canario, den Kanarienvogel, der deutlich hochbeiniger und von dunklerem und struppigerem Gefieder ist als der bekannte Zuchtvogel in der Wohnstube. Die Alpenkrähe (Graja) ist der typischste Vogel auf La Palma, schwarz mit gelbem Schnabel und roten Füssen ist sie allgegenwärtig auf jeder Lage auf der Insel. Eine Kolonie kann bis zu 500 Mitglieder betragen.

Auch sehr beeindruckend ist die Unterwasserflora auf La Palma. Bei Sichtweiten von bis zu 40 Metern können Rochen, Zackenbarsche, Barrakudas, Trompetenfische und manchmal Mantas, seltener Schildkröten besichtigen. s.Tauchen